Piraten sei Dank

Jetzt hat die FDP erstaunlicherweise dafür gesorgt, dass Forderungen der Piratenpartei zumindest teilweise durchgesetz werden sollen: Vorerst keine Internetsperren, Aussetzung der Vorratsdatenspeicherung und Erschwerung der Online-Durchsuchung. Die vorsichtige Formulierung ist bewusst gewählt, denn noch ist es nicht soweit.
Zu verdanken ist die Tatsache sicherlich den Piraten, denn deren spektakulärer Online Wahlkampf hat diese Themen erst in die Wahlkampfwelle gespült. Und die FDP hat diese Themen notwendigerweise aufgegriffen. Sicher nicht zuletzt aufgrund einer großen Überschneidung der angesprochenen Klientel.
Aus diesem Grund wäre es gut, wenn die Piraten den Freien Demokraten in den nächsten vier Jahren weiter auf die Finger schauen und ggf. auch mal draufklopfen, um eine Umsetzung sicherzustellen und ggf. eine weitere Aufweichung zu verhindern.

Ich und Ich

Morgens an an der Haltestelle, auf dem Weg ins Büro oder im Bus laufen, stehen und sitzen die ganzen ichs, die nur noch mit sich selbst beschäftigt sind. Stopsel oder neuerdings auch fette Kopfhörer am Ohr, damit die böse Welt nicht eindringen kann in die Welt des Ich. Zugegeben, es ist manchmal ganz angenehm Wartezeit mit etwas Musik zu vertreiben. Aber der Beobachter stellt fest, dass die Entwicklung ddarüber hinaus geht: Ohne Dröhnung scheint das Sein auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule nicht mehr zu ertragen zu sein.
Nicht nur, dass es erwiesener Maßen auf Dauer nicht besonders gesund ist (AZ vom 14.07.2009), auch die ganzen Plakatkleberfirmen werden langsam Pleite gehen, wenn die Auftraggeber feststellen, dass diese Form der Werbung nicht mehr wirkt.

Ernsthaft betrachtet spiegelt sich einfach nur der Zeitgest wieder. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Die Umwelt oder gar andere Menschen werden als störend empfunden. Seht Euch mal kleine Kinder an: Sie versuchen ständig in Kontakt zu treten mit anderen und teilweise fremden Menschen. Sie würden ohne Interaktion verkümmern. Und genau diesen Eindruck hab ich auch bei manchen ichundichs …

Internet Manifest

Das Internet Manifest erhält meine volle Unterstützung in der Hoffnung, dass langsam aber sicher alte Strukturen und Denkweisen in den Agenturen und in den geschäftsführenden Etagen ad acta gelegt werden.
Sicherlich sind New Economy und Web 2.0 totgetramplete Worthülsen, aber es ist nicht mehr zu leugnen, dass das Netz im Laufe der letzten 15 Jahre unsere Welt und damit auch unsere Gesellschaft bereits verändert hat und weiter verändern wird. Und das gilt auch für den Journalismus, der sich nicht mehr hinter alten Geschäftsmodellen und Bestandssicherung verbarrikadieren kann.
Hier die Schlagworte des Manifests:

1. Das Internet ist anders
2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet
4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar
5. Das Internet ist der Sieg der Information
6. Das Internet verbessert den Journalismus
7. Das Netz verlangt Vernetzung
8. Links lohnen, Zitate zieren
9. Das Internet ist der neue Ort für den politischen Diskurs
10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit
11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
12. Tradition ist kein Geschäftsmodell
13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht
14. Das Internet kennt viele Währungen
15. Was im Netz ist, bleibt im Netz
16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität
17. Alle für alle

Nationen und ihre Raststätten

Auf dem Weg durch Österreich kam uns so in den Sinn, was eigentlich Ratstätten über die einzlnen Nationen so ausdrücken.
Die Österreicher haben es gern gemütlich, sogar auf der Autobahn, und genießen die Vorzüge ihrer Küche zu jeder Tages und Nachtzeit.
Die Italiener, wenig gemütlich, aber klasse Espesso, Cappuccino und ggf. Panninis: Avanti !!
Die Norweger dagen, am liebsten in der freien Natur: Kiosk mit Picknick und Barbecue.
In Frankreich stellt sich für einen Franzosen die Frage gar nicht: wenn du hier wirklich was essen willst, kannst du das schon machen, wir würden eher zu Monsieur Bocuse oder seinen tausenden von Nachahmern gehen.
Nicht weit weg davon die Deutschen, nüchtern, aufs wesentliche beschränkt mal eben eine Currywurst oder Bockwurst und hinterher einen Cappuccino mit Sahne. Schon mal genießen, aber ich habs doch jetzt eilig…

Piraten auf Erfolgskurs

Die Piratenpartei nimmt fahrt auf und segelt derzeit auf Erfolgskurs. Insgesamt wurde die Stimmen bei den Landtagswahlen im Vergleich zur Europawahl 2009 verdoppelt und in mind. 2 Stadträten konnte sich ein Pirat einen Sitz sichern.
Das zeigt, dass die Themen der Piratenpartei relevant sind und entsprechendes Feedback in der Bevölkerung hervorrufen. Die Ignoranz der etablierten Parteien gegenüber diesen Themen als auch gegenüber der Piratenpartei zeigt, wie wenig Knwo-How, Erkenntnis und Verständnis in Bezug auf die Themen des Internets in diesen Parteien vorhanden ist. Macht man sich jetzt noch bewusst, dass diese Leute für die Gesetze verantwortlich sind, die im Netz gelten, dann ist Besorgnis die harmloseste Vokabel, die mir dazu einfällt.

Blinde im Internet

Gerade bei heise gelesen

De Maizière fragte sich in einem Interview mit der Rheinischen Post: “Kann das Internet völlig frei sein?” Der Kanzleramtsminister ist dabei offensichtlich der Ansicht, vorhandene gesetzliche Regelungen ließen sich im Internet gar nicht durchsetzen: “Müssen wir nicht die Menschen vor Denunziation, Entwürdigung oder unseriösen Geschäften schützen wie im Zivilrecht?” Ähnlich wie auf den Finanzmärkten brauche man mittelfristig “Verkehrsregeln im Internet”: “Sonst werden wir dort Scheußlichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen”, meinte de Maizière.

Das einzige was mir dazu einfällt ist:
Da diskutieren mal wieder Blinde über den Sonnenuntergang !

Ansonsten bleibt mir nur die Sprachlosigkeit über die Inkompetenz unserer Kaste der Politiker und die dringende Empfehlung Politiker bzw. Parteien zu wählen, die wissen wovon Sie reden.

Chrome OS – the network is the computer

Mit der Vorstellung von Chrome OS (Introducing the Google Chrome OS) treibt Google die Entwicklung konsequent ein Stück weiter Richtung Network Computing. Allerdings sind dabei schon einige andere gescheitert, allen voran Sun Microsystems die in den Neunzigern unter dem Motto “the network is the computer” Java, Applets, JavaOS und Netstations unter das gierige IT Volk brachten. Aus Java ist heute eine Entwicklungsumgebung für serverbasierte Webapplikationen geworden (also das Gegenteil der ursprünglichen Idee), Applets sind an damaligen Bandbreiten, Sicheheitsproblemem und vor allem an den Browsern gescheitert. Und JavaOS und Netstations haben es vermutlich nur in die Hochglanzbroschüren geschafft.
Änliches gilt für verschiedene Buzzword Technologien die auf Vernetzung gesetzt haben, wie ASPs, Grids etc, die durchaus ihre Berechtigung haben, sich aber nicht durchsetzen konnten.
Was ist dagen von Googles Strategie zu erwarten? Der Unterschied ist, Google kommt aus dem Netz und hat ein eigenes großes Angebot üblicher PC Software als Webapplikationen im Portfolio: Office Anwendungen, Termin und Todo-Verwaltung und einen zentralen Desktop. Darüber hinaus besitzt Google mit dem Browser Chrome auch noch die entschiedende Schnittstelle zu den Webapplikationen.
Was Google nicht selbst hat, bieten anderen an, wie z.B. Salesforce. D.h. die Voraussetzungen sind nicht schelcht, das Angebot ist da. Die entscheidende Frage wird sein, wollen die User das Angebot nutzen, gibt es gute Gründe nicht online arbeiten zu wollen ? Die gibt es. Aber auch hier hat Google bereits vorgesorgt. So kann man Google Text und Tabellen auch offline bearbeiten, eine Oline Verbindung ist nicht jederzeit notwendig.
Summa summarum: die Chance ist m.E. sehr hoch, dass Suns Motto “the network ist the computer” von Google zumindest in Ansätzen erfolgreich umgesetzt wird.

Radio Seelenlos

Seit geraumer Zeit fällt es mir schwer über einen längeren Zeitraum Radio zu hören. Nach einigen Minuten fange ich an den Sender zu wechseln und irgendwann ganz auszuschalten. Und das obwohl ich seit meiner Kindheit immer gerne Radio gehört hab. Miitlerweile ist mir auch klar geworden, woran das liegt: das Radio ist seelenlos geworden!
Die Moderatoren plappern sinnloses Zeug vor sich hin, die entsprechenden Manuskripte wurden von hirnlosen Textschreibern nach erfolgversprechenden Gesichtspunkten verfasst. Das gleiche gilt natürlich auch für die Musikauswahl . Die Software, die die Auswahl trifft ist vermutlich bei allen Sendern die gleiche …
Die Redaktionen sind zum Erfolg verdammt und daher ist der Moderator nur noch ein Erfüllungsgehilfe. Traurig aber wahr. Da gibt es übrigens auch keinen Unterschied zwischen öffentlich-rechtlich und privat. Fast überall werden auf die Zielgruppe zugeschnittene Musiktitel und Texte in den Äther gejagt und das Medium Radio verkommt zum selenlosen Allerweltsschrott.
Lustigerweise kann auch meine 3-jährige Tochter dieser Art von Radio nichts abgewinnen: Sie hört lieber einen Spartensender mit kritischen Reportagen und Diskussionen. Vermutlich weils authentisch ist und die Leute mit Herz und Seele dabei sind!

Praktisch

Aus verschiedenen Gründen haben wir uns für Visitenkarten aus Plastik entschieden. Nun sind die natürlich relativ teuer in der Herstellung und v.a. muss man i.d.R. große Mengen abnehemen. Jetzt gibt es zum Glück mittlerweile relativ günstige Kartendrucker für PVC Karten. Damit kann man sich dann die Karten on-demand drucken! Ein weitere Vorteil ist, dass man neue Mitarbeiter direkt mit Karten versorgen kann und wenn ein Umzug ansteht ist das auch kein Problem mehr.
Die Fargo Kartendrucker sind meiner Meinung nach von Preis/Leistung her am besten. Aber das muss sich jeder ein eignes Bild machen.
Abgesehen vom praktischen Nutzen kann man mit einem derartigen Drucker natürlich auch noch jede Menge anderer mehr oder weniger sinnvoller Dinge machen …

Keine Gebührenpflicht für Internet-PCs

Endlich mal wieder ein sinnvolles Urteil eines deutschen Gerichts zu internetrelevanten Themen:
Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Wiesbaden (AZ 5 K 243/08.WI(V) sind Internet-PCs sind automatisch von der Pflicht zu Rundfunkgebühren betroffen. Dies wird unter anderem damit begründet, dass der Gebührentatbestand für Internet-PCs nicht hinreichend konkretisiert ist. Ausserdem wird ein Internet-PC am Arbeitsplatz in der Regel nicht als Rundfunkempfänger genutzt: Er wird “nicht typischerweise zum Empfang von Sendungen des Hörfunks bereitgahalten, sondern in vielfacher Weise anderweitig genutzt” .
Respekt dem Verwaltungsgericht.