Ein csunami hat Ministerpräsident Beckstein weggespült schreibt heute die Abendzeitung. Eine schöne Wortkreation und vor allem sehr treffend, wenn man sich der Verwüstungen und Aufräumarbeiten bewusst wird, die dadurch verursacht werden.
Der Beckstein hat sich im vergangenen Jahr als netter Kerl geoutet, der gern mal zwei Maß trinkt. Nette Kerle aber sind nicht geeignet als Ministerpräsidenten und bei Springfluten steht ihnen das Wasser schnell bis zum Hals.
Doch der csunami hinterlässt zerstörtes Ödland und es wird lange dauern, bis es sich die csu wieder in eine blühende Landschaft verwandelt, um in der Politikersprache zu bleiben. Es gibt nur ein paar kleine Pflänzchen, die sich bereits für Bäume halten: Ein Joachim Herrmann, der als Innenminister mit Halbschuhen zur Einweihung des neuen Lawinenwarndienstes bei Neuschnee anrückt und damit seine Realitätsferne gekonnt unter Beweis stellt. Das Stehaufmännchen Seehofer, der wachsweich und daher nicht totzukriegen ist. Oder Georg Schmid, der Fraktionschef. Sein Verdienst ist das unangreifbare Rauchverbot, das er gekonnt durchgeboxt aber vergessen hat, die Packung der Bevölkerung zu verkaufen. Und schließlich Thomas Goppel, der immerhin ein gestandenes Mannsbild ist und nicht als Freund Stobers gilt. Aber es ist zu befürchten, dass 41 Jahre Politik-Erfahrung das Blickfeld sehr stark eingeengt haben. Da fällt es schwer das geringste Übel zu identifizieren.
Was derzeit für Sitten bei der csu herrschen, machte gestern Edmund Stober deutlich: als Ehrenvorsitzender der PArtei nahm er sich das Recht bei der Fraktionssitzung teilzunehmen, die Beckstein entmachtet hat. Währenddessen trank laut Berichten in der Tagespresse genußvoll eine Tasse Tee mit Keks.